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Glossar der Technik und Industrie

Fachglossar



Das Fachglossar enthält die gängigsten Benennungen und Abkürzungen aus den Bereichen Industrie, Öl und Gas, Petrochemie und Raffinerie, Transportwesen, Luft- und Seeschifffahrt, Lebensmittel- und Pharmaindustrie, Energie und Abfallrecycling, Maschinen- und Anlagenbau sowie Versorgungs- und Klimatechnik.


Die Definitionen sind den acht größten von ERIKS hergestellten und vertriebenen Produktgruppen zugeordnet. Um das Verständnis zu erleichtern, sind die Benennungen mit entsprechenden Produkten in unserem Online-Shop bzw. mit Artikeln und Leitfäden aus unserem Kompetenzzentrum verlinkt. Beim Anklicken einer Benennung wird entweder eine passende Produktseite oder ein umfassender Artikel mit einer Erklärung des Produkts oder dessen übergeordneter Kategorie geöffnet.



GLOSSAR: DURCHFLUSSREGELUNG


Absoluter Druck
Druck, der über einem vollkommenen Vakuum liegt und in bar, Pascal oder PSI gemessen wird.
Absperrklappe
Definition of a Butterfly valve
Hahn mit einem Dichtkörper in Form einer runden Scheibe, bei dem die Ventilspindel normalerweise durch die Scheibe verläuft und dem Ventil ein symmetrisches Aussehen verleiht. Bei moderneren Ausführungen ist die Spindel versetzt und greift in den Ventilsitz. Diese Bauweise ist vorteilhafter, da sie die Scheibe und die Ventilsitze schont. Hochleistungs-Absperrklappen sind leckagenfrei und können daher gefahrlos in der Kohlenwasserstoffverarbeitung, für Chemikalien und in ähnlichen Bereichen eingesetzt werden.
Definition of a Gate valve
Absperrschieber
Schieber mit zwei Sitzen und scheibenförmigem Dichtkörper, der sich linear senkrecht zur Strömungsrichtung bewegt. Wird normalerweise in der ganz geöffneten oder ganz geschlossenen Stellung verwendet. Zuverlässige Abdichtung, kommt in der Petrochemie zum Einsatz. Absperrschieber lassen sich weiter unterteilen in Zwischenflanschschieber, Plattenschieber und Keilschieber.
Antrieb
Gerät zum Öffnen, Steuern und Schließen von Ventilen, das generell zum Einsatz kommt, wenn ein Ventil außerhalb der Anlage bzw. in einem Gefahrenbereich angeordnet ist oder wenn die manuelle Betätigung des Ventils zu lange dauern würde. Zu den wichtigsten Antrieben gehören elektrische, hydraulische und pneumatische Antriebe. Diese Varianten lassen sich weiter unterteilen in Hähne und Schieber. Die Kategorisierung hängt davon ab, wie viele Umdrehungen der Spindel nötig sind, um das Ventil aus der ganz geöffneten in die ganz geschlossene Stellung zu fahren.
Behälterventil
Ventil am Boden eines Tanks oder Prozessbehälters.
Bidirektional
Einen Volumenstrom in beide Richtungen ermöglichend.
Bypass-Ventil
Ventil mit kleiner Bohrung, das parallel zum größeren Hauptventil angeordnet ist und die Druckdifferenz im Hauptventil vor dessen Öffnen reduziert. Bypass-Ventile schützen die inneren Bauteile des größeren Ventils vor Schäden.
Dichtkörper
Beweglicher Teil des Ventils, der im Strömungskanal sitzt und den Volumenstrom durch das Ventil beeinflusst. Zu den Dichtkörpern gehören Kugel, Scheibe, Schieber oder Küken.
Drosselung
Variable Steuerung des Volumenstroms mithilfe eines Ventils (im Gegensatz zur einfachen Ein-Aus-Funktion).
Druckbegrenzungsventil (DBV)
Ventil, das öffnet, sobald der Druck in einem Behälter den zulässigen Höchstwert übersteigt. Es schließt, wenn sich der Druck wieder normalisiert. Sicherheitsventile fallen in diese Kategorie.
Definition of a Globe valve
Durchgangsventil
Schieber zur Durchflussregelung und Drosselung. Hat einen Dichtkörper, der sich senkrecht zum Ventilsitz bewegt und meist parallel zur Strömungsrichtung abdichtet.
Eckventil
Durchgangsventil, bei dem Einlass und Auslass im 90-Grad-Winkel zueinander stehen.
Gegendruck
Druck, der auf die Abströmseite des Ventilsitzes wirkt.
Hahn
Ventil, bei dem die Spindel um 90 Grad gedreht werden muss, um das Ventil aus der ganz geöffneten in die ganz geschlossene Stellung zu bringen. Kugelhähne, Absperrklappen und Kükenhähne fallen in diese Kategorie.
Hubventil
Siehe Schieber.
Klappenrückschlagventil
Rückschlagventil mit angelenkter Scheibe als Dichtkörper.
Definition of a Ball valve
Kugelhahn
Hahn mit kugelförmigem Dichtkörper zwischen zwei Sitzen. Wird in der chemischen Industrie meist als Ein-Aus-Ventil verwendet. Kann ein-, zwei- oder dreiteilig ausgeführt sein, öffnet schnell und schließt zuverlässig.
Kükenhahn
Schieber mit drehendem Dichtkörper. Dieses „Küken“ kann zylindrisch oder kegelstumpfförmig ausgeführt sein. In der geöffneten Stellung strömt das Fluid durch eine Öffnung im Absperrkörper.
Luftventil
Ventil zur Regelung eines Luftstroms. Da Luftströme oft gering ausfallen, werden zu diesem Zweck meist Magnetventile eingesetzt.
Magnetventil
Ventil, das von einem elektrischen Magnetschalter betätigt wird. Kommt oft als Vorsteuerventil zur Ansteuerung größerer Ventile zum Einsatz. Ein Beispiel ist das Absperrventil.
Mantelventil
Ventil mit ummanteltem Gehäuse. Der Mantel kann mit Dampf gefüllt werden, um das geförderte Fluid auf einer bestimmten Temperatur zu halten.
Mehrwegeventil
Ventil mit mehreren Ein- und Auslässen zum Umleiten von Fluiden. Kugelhähne und Kükenhähne fallen in diese Kategorie.
Membranventil
Definition of a Diaphragm valve
Bidirektionales Ventil. Wird betätigt durch die Einwirkung einer äußeren Kraft auf eine biegsame, aus einem Elastomer bestehende Membran. Kann dort eingesetzt werden, wo andere Ventilbauweisen sich zusetzen würden (z. B. Schlämme, hygienische Anwendungen).
Nadelventil
Schieber mit nadelförmigem Dichtkörper, ähnlich dem Durchgangsventil. Baut meist kleiner und wird für die Ein-Aus-Steuerung in Sekundärsystemen verwendet.
Notabsperrventil
Ventil, das sich die im Antrieb gespeicherte Energie zunutze macht, um im Notfall rasch zu schließen.
Plattenschieber
Schieber mit schmalerem Dichtkörper und messerähnlicher Kante für schwimmende Feststoffe (z. B. in der Zellstoff- und Papierindustrie).
Definition of a Pinch valve
Quetschventil
Biegsamer Schlauch, der zwischen zwei beweglichen Außenteilen sitzt und den Volumenstrom durch Quetschverformung unterbricht. Eignet sich für Schlämme und im Bergbau, da die Funktion nicht durch Feststoffe im Fördermedium beeinträchtigt wird.
Reduzierter Durchgang
Wenn der Innendurchmesser der Öffnung kleiner ist als der Innendurchmesser des anzuschließenden Rohres
Definition of a Check valve
Rückschlagklappe
Ventil, das den Volumenstrom nur in eine Richtung zulässt und den Rückstrom verhindert. Diese Bauweise wird auch als Rückschlagventil bezeichnet und arbeitet meist selbsttätig. Sie lässt sich weiter unterteilen in Klappenrückschlagventile, Zwischenflansch-Rückschlagventile und Scheibenrückschlagventile.
Schieber
Ventil, bei dem die Spindel mehrfach gedreht werden muss, um das Ventil aus der ganz geöffneten in die ganz geschlossene Stellung zu bringen. Durchgangsventile, Absperrschieber und Nadelventile fallen in diese Kategorie. Schieber werden auch als Hubventil bezeichnet.
Schwimmerventil
Ventil, das bei wechselndem Flüssigkeitsstand selbsttätig öffnet und schließt und mechanisch von einem Schwimmer an der Oberfläche der Flüssigkeit betätigt wird.
Definition of a Safety valve
Sicherheitsventil
Druckbegrenzungsventil, das bei statischem Druck auf der Eintrittsseite rasch ganz öffnet.
Steckscheibe
Absperrelement für Pipelines, das anstelle eines Ventils verwendet werden kann und aus einer flachen Scheibe besteht, die zwischen zwei Flanschen eingeschoben wird. Die Betätigung dauert länger als bei einem Ventil, dafür ist diese Ausführung kostengünstiger.
Tieftemperaturventil
Ventil für den Einsatz bei Temperaturen unter -40 °C.
Umleitventil
Ventil, das die Strömungsrichtung des Mediums in mindestens eine andere Richtung umleitet.
Ventilgehäuse
Druckführende Umschließung des Ventils mit den Anschlüssen für die Verrohrung und dem Kanal für den Volumenstrom.
Ventilsitz
Teil des Ventils, gegen den der Dichtkörper abdichtet.
Ventilspindel
Welle, die durch das Ventilgehäuse verläuft und die Stellung des Dichtkörpers steuert.
Ventilstellungsregler
Vorrichtung, die den Dichtkörper eines Ventils in die gewünschte Stellung fährt oder dort hält.
Voller Durchgang
Wenn der Innendurchmesser der Öffnung dem Innendurchmesser des anzuschließenden Rohres entspricht
Vorsteuerventil
Kleines Ventil mit geringer Leistungsaufnahme, das zur Betätigung größerer Ventile eingesetzt wird.
Zwischenflanschschieber
Schieber mit einem Dichtkörper in Form einer rechteckigen Scheibe, deren eine Hälfte massiv ausgeführt ist und das Ventil schließt, während die andere Hälfte einen runden Anschluss zum Öffnen des Ventils hat.
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DICHTMITTEL UND POLYMERE


Abstreifer
Vorrichtung, die ein Maschinenbauteil oder ein gedichteter Raum vor Schmutz und anderen Fremdkörpern schützt.
Bidirektionale Dichtung
Dichtung, die in beide Richtungen abdichtet.
Biegerissbildung
Oberflächenrisse am Material die durch wiederholte Biegebewegungen entsteht.
Copolymer
Polymer, das aus mindestens zwei verschiedenen chemisch gebundenen Monomeren besteht.
Dauerhafte Verformung
Bleibende Formänderung einer Feder oder eines Elastomers nach der Entlastung.
Dehnung
Bezeichnet die relative Längenänderung eines Körpers unter Belastung z.B. durch eine Krafteinwirkung oder Temperaturänderung.
Dichtung
Vorrichtung, die das Austreten eines Mediums (Fluid oder Feststoff) verhindert.
Dichtungsnut
Ringförmiger Hohlraum, in dem ein Dichtring montiert wird.
Drehmoment
Kraft die aufgewendet werden muss um eine Drehung um eine Achse erzeugt.
Druckverformungsrest
Bleibende Verformung eines Elastomers nach dem Auflösen einer Druckbelastung. Der Druckverformungsrest (DVR) ist ein Maß dafür, wie sich Elastomere bei lang andauernder, konstanter Verformung und anschließender Entspannung verhalten.
Dynamische Dichtung
Dichtung, die zwischen gegenüber angeordneten, sich relativ zueinander bewegenden Flächen abdichtet.
Elastizität
Neigung eines Körpers, nach einer Dehnung, Kompression oder Verformung seine ursprüngliche Form und Größe wieder anzunehmen.
Elastizitätsmodul
E-Modul, beschreibt den proportionalen Zusammenhang zwischen Spannung und Dehnung bei der Verformung eines festen Körpers. Das E-Modul wird in Pascal gemessen und gilt für jede Art der Verformung wie Dehnung, Kompression, Biegung oder Verwindung.
Elastomer
Synthetischer oder natürlicher Werkstoff, der nach einer geringfügigen oder erheblichen Formänderung rasch seine ursprüngliche Form wieder einnehmen kann. Gummi-ähnlicher Werkstoff. Sind formfeste aber elastisch verformbare Kunststoffe.
Extrusion
Formänderung (plastische Verformung) durch Auftreten von grossen Kräften, zum Beispiel beim Eindringen in einen Dichtspalt.
Extrusionsspalt
Öffnung auf der Niederdruckseite zwischen zwei Körpern, in die die Dichtung eindringen kann.
Feder
Maschinenelement, das Energie aufnehmen und wieder freisetzen kann.
Formgrat
Schmale Unregelmäßigkeit an einem Formteil, die durch die Extrusion von Material an den Trennlinien des Formnests entsteht.
Freie Höhe
Maß der radialen Höhe einer Radialdichtung bzw. der axialen Breite einer Gleitringdichtung im freien / unverpresstem Zustand.
Gehäuse
Steifer Aufbau, der die Dichtungsbaugruppe umschliesst und gegenüber dynamischen Teilen oder nach Aussen abgrenzt.
Gleitringdichtung
Dynamische Dichtung, die parallel zur Achse komprimiert wird und eine rotierende Welle abdichtet.
Härte
Widerstand eines Werkstoffs gegenüber einer Verformungskraft. Die Härte wird am relativen Widerstand des Werkstoffs gegenüber einem Eindringkörper gemessen. Je höher der Wert, desto härter der Werkstoff.
Höhenschlag
Doppelter Weg, um den die Wellenmitte von der Rotationsachse versetzt ist. Wird als Ablesedifferenz angegeben (TIR, Total Indicator Runout).
Hydraulikdichtung
Dynamische Dichtung, welche sich normalerweise durch ein elastisches Element als Primärdichtung auszeichnet und in hydraulischen Zylindern zur Anwendung kommt.
Kaltfluss
Kontinuierliche Verformung unter einer Belastung. Wird auch als Kriechen bezeichnet.
Kriechen
Progressive Entspannung eines Polymers unter Belastung.
Leckrate
Fluidmenge, die innerhalb einer bestimmten Zeit die Dichtung passiert. Bei komprimierbaren Fluiden wird die Leckrate meist in Pa·m³/s gemessen, bei nicht komprimierbaren Fluiden hingegen in Kubikzentimeter pro Zeiteinheit.
Lippendichtung
Element zur Abdichtung von dynamischen Maschinenbauteilen, die mit einer oder zwei Dichtlippen versehen ist und meist eine translatorische Bewegung abdichtet.
Losbrechkraft
Betrag der Reibungskraft, die benötigt wird, um einen Körper auf einer Oberfläche in Bewegung zu versetzen.
O-Ring
Dichtung in Form eines Torus, die meist aus Elastomer oder einem anderen Weichstoff besteht.
Perfluoroelastomer
Polymerer, vollfluorierter Werkstoff mit hoher chemischer Beständigkeit.
Permeation
Diffusion eines Fluids unter Druck durch einen Feststoff.
Polymer
Werkstoff, der durch die Verbindung mehrerer (poly) Einheiten (mer) mindestens zweier Monomere entsteht.
Porosität
Die Porosität stellt das Verhältnis von Hohlraumvolumen zu Gesamtvolumen eines Stoffes oder Stoffgemisches dar und beschreibt den Zustand eines Werkstoffes.
pv-Wert
Produkt aus Oberflächendruck (pressure) und relativer Gleitgeschwindigkeit (velocity). Gibt meist die Intensität einer mechanischen Nutzung an und bezieht sich auf den Verschleißzustand einer Dichtung. Wird meist in Nm und Ws angegeben.
Radialdichtung
Dichtung, die in radialer Richtung komprimiert wird. Radialdichtungen kommen als Stangen- und Kolbendichtungen zum Einsatz und arbeiten meist dynamisch, können aber auch als statische Dichtung ausgeführt sein.
Reibkorrosion
Ist eine Kombination aus Korrosion und Verschleiß. Sie entsteht, z.B. bei ungenügender Passung und einer entstehender Relativbewegung zwischen einer Wellenschutzhülse und der darunter liegenden Welle.
Reibung
Kraft, die der relativen Bewegung zweier sich berührender Körper entgegenwirkt.
SES
Federvorgespannte Dichtung (Spring Energized Seal).
Statische Dichtung
Dichtung, die zwischen zwei sich zueinander nicht bewegenden Bauteilen abdichtet. Besteht aus einem verformbaren Werkstoff.
Stauchung
Relative Längenänderung eines durch Druckkräfte beanspruchten Körpers.
Stopfbuchse
Hohlraum, in dem eine Dichtung (oder ein O-Ring) montiert wird. Hat eine Nut und eine Kontaktfläche, die gemeinsam die Dichtung einschließen.
Stopfbuchsenraum
Hohlraum, in dem eine Dichtung montiert wird. Besteht aus einer Nut und eine Kontaktfläche, die gemeinsam die Dichtung einschließen.
Stopfbuchsquerschnitt
Bei Radialdichtungen: radiale Höhe der Stopfbuchse. Bei Gleitringdichtungen: axiale Breite der Stopfbuchse.
Stützring
Antiextrusionsring oder Backup-Ring, welcher das Eindringen eines O-Rings in den Dichtspalt zwischen zwei Körpern verhindert.
Unidirektionale Dichtung
Dichtung, die nur in eine Richtung abdichtet.
Vakuum
Weitgehend luftleerer Raum (Raum, welcher von Molekülen befreit/entleert wird).
Verbundwerkstoff
Verbindung mindestens zweier heterogener Werkstoffe (Verstärkungselemente, Füllstoffe und Bindemittel). Die Verbindung ergibt einen Werkstoff, der die Gebrauchseigenschaften der jeweiligen Bestandteile verstärkt.
Vulkanisation
Wärmevernetzende Reaktion, bei der gummiartige Werkstoffe unter Druck und Wärme erheblich an Festigkeit und Elastizität gewinnen.
Wärmeausdehnung
Wärmebedingte Ausdehnung eines Werkstoffs.
Zugfestigkeit
Maximale Zugbelastung, die ein Körper ohne zu brechen aufnehmen kann.
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STATISCHE DICHTUNGEN


Antiextrusionsring
Ring, der hinter O-Ringen aus Gummi montiert wird, damit sich dieser nicht in den Spalt zwischen den Metallteilen ausdehnt. Wird auch als Stützring bezeichnet.
Anvulkanisieren
Verfrühte Vulkanisation einer Gummimischung aufgrund übermäßiger Wärmeeinwirkung.
Balg
Faltiges Gummi- oder Kunststoffstück, das sich mit den Bewegungen einer Welle dehnt, um die Welle sauber zu halten.
Bohrung
Innenmass (Innendurchmesser) einer statischen Dichtung.
Doppeltwirkender Dichtring
Dichtring zur bidirektionalen Abdichtung beim Ein- und Ausfahren eines Zylinders.
Druckfestigkeit
Betrag des Drucks, gegen den ein Werkstoff abdichten kann.
Gleitringdichtung
Gummiring, der ähnlich wie eine statische Dichtung zwischen zwei ebenen Metallteilen sitzt.
Haarrissbildung
Oberflächeneffekt bei Gummiwerkstoffen, der sich durch eine Vielzahl feiner Risse auszeichnet.
Kriech-Relaxation
Belastungsverlust, begleitet von einem Rückgang der komprimierten Dicke.
O-Ring
Elastomerring mit O-förmigem Querschnitt.
Ozonrisse
Oberflächenrisse, die auf die Einwirkung von Ozon zurückzuführen sind.
Puffer
Gummi- oder Kunststoffteil, das den Kontakt zweier Metallflächen verhindert.
Spiralgewickelte Dichtung
Dichtung aus einer Metallspirale oder Metallwicklung mit einem Füllstoff. Spiralförmige Wicklungen sind für sehr hohe Drücke geeignet.
Statische Dichtung
Gummiähnliches Teil aus einem biegsamen Werkstoff, das zur Abdichtung zwischen zwei Metallteilen sitzt. Meist handelt es sich um ein ebenes, nicht bewegliches Teil, das aus einem homogenen Gummi, einem gewebeverstärkten Gummi oder aus anderen Werkstoffen besteht.
Staubdichtung
Dichtung, die eine Maschine oder ein Gerät vor Staubeintrag schützt.
U-Ring
U-förmiger Dichtring aus hochfestem, biegsamem Kunststoff oder Gummi.
Vollflächige Dichtung
Statische Dichtung, die die gesamte Oberfläche eines Flansches abdeckt und Schraubenlöcher aufweist.
Vulkanisation
Irreversible Veränderung im chemischen Gefüge einer Gummimischung, die dadurch weniger plastisch und organischen Flüssigkeiten gegenüber quellbeständiger wird. Die elastischen Eigenschaften werden verbessert bzw. erstrecken sich über eine breitere Temperaturspanne.
X-Ring
Gummiring als Ersatz für O-Ringe. Die besondere Form verhindert, dass der Ring rollt.
Zwischenring
Ring, der den Volumenstrom entlang einer Welle verlangsamt.
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INDUSTRIEKUNSTSTOFFE


Additive
Additive sind Zusätze, die in geringen Dosen bestimmte Eigenschaften eines Kunststoffes verbessern, wie z.B. Weichmacher, Flammhemmer und Farbstoffe.
Alterung
Zeitabhängige Veränderung eines Werkstoffs nach längerem Lagern oder bei Gebrauch. Umgebungsbedingungen wie z.B. eine höhere Temperatur beeinflussen die physikalischen und mechanischen Eigenschaften erheblich und können bis zum Abbau oder Zerfall von Kunststoffen führen.
Amorph
Amorphe Kunststoffe weisen unter dem Mikroskop kein Muster auf. Deren Moleküle sind willkürlich angeordnet, wie die Fäden in einem Wattebausch.
AST «Antistatische Kunststoffe»
AST ist die Abkürzung für "antistatisch". Antistatische Kunststoffe besitzen Eigenschaften, die die statische Aufladung eines Kunststoffes verhindern.
Brandverhalten nach UL94
Mit dieser Norm wird geprüft, inwieweit ein Kunststoff entflammbar ist. Kunststoffe werden in mehreren Stufen klassifiziert, die sich in Brenngeschwindigkeit, Selbstlösch-Eigenschaften und Zustand nach Entzug der Flamme unterscheiden.
Composite
Ein Composite ist ein Verbundwerkstoff eines duroplastischen Harzes (Polyester, Vinylester, Epoxidharz und Phenolharz) und einer Armierung, wie z.B. Glas-, Kohle- und Aramidfasern. Der Verbund der Werkstoffe führt zu einem Material mit hoher Festigkeit und Steifigkeit, wie z.B. Gitterroste.
Dichte
Ermittelt wird das Ergebnis der Dichte aus Masse (Einheit g) dividiert durch das Volumen (Einheit cm³). Die Dichte gehört zu den werkstoffkennzeichnenden Eigenschaften.
Duromere
Dieser Begriff ist ein Synonym für Duroplaste und hat dementsprechend die gleiche Bedeutung.
Duroplaste
Die Makromoleküle der Duroplaste sind eng vernetzt. Ist der Duroplast einmal ausgehärtet, so kann er nicht mehr verformt werden. Darin unterscheiden sie sich zu den Thermoplasten (siehe Thermoplaste).
Extrudieren
Ein Herstellungsverfahren für Kunststoffe oder andere härtbare Materialien (lat., übersetzt = hinausstossen). Die zähflüssige Masse wird in einem kontinuierlichen Verfahren aufgeschmolzen (erwärmt) und durch eine Düse in eine Form gepresst. Nach dem Austreten aus der Düse erstarrt der Kunststoff und es entstehen Produkte wie Platten, Stäbe, Rohre usw.
FDA «Food and Drug Administration»
Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten.
FG «Food Grade»
Kunststoffe mit diesem Kürzel sind lebensmittelkonform und dürfen mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Die Konformität muss nach EU-Verordnung bzw. nach den Regeln der FDA geprüft sein.
Füllstoff
Zusatzstoff, der einem Kunststoff beigefügt wird, um dessen physikalischen Eigenschaften wie z.B. Festigkeit und Stabilität zu verbessern oder um die Herstellungskosten zu senken.
Glasfaserkunststoff (GFK)
Glasfaserverstärkter Kunststoff, kurz GFK, ist ein Verbundwerkstoff aus einem Kunststoff z.B. Polyesterharz, Epoxidharz oder Polyamid und eingebetteten Glasfasern. Mit Glasfaser angereicherte Kunststoffe werden hergestellt, um die mechanischen Eigenschaften dieses Kunststoffes zu verbessern.
Halbzeuge
Dies sind Kunststoffrohteile (Platten, Rundstäbe, Hohlstäbe, Flachstäbe), die zur Weiterverarbeitung in der Zerspanung hergestellt werden. Aus diesen Rohteilen werden fertige Bauteile hergestellt.
Hochleistungskunststoffe
Hochleistungskunststoffe, eine Untergruppe der Thermoplaste, sind gegenüber anderen Standard- und Technischen- Kunststoffen besonders temperaturbeständig und/oder beständig gegen Chemikalien und unterscheiden sich oft auch bei den mechanischen Eigenschaften.
Kalandrieren
Bezeichnet das Auswalzen von Kunststoffen als Herstellungsverfahren. Dies geschieht in der Regel bei vergleichsweise dicken Folien aus Kunststoffen wie z.B. PVC, PE, PS usw.
Kristallinität
Kristalline Kunststoffe sind Kunststoffe, deren Moleküle in einem Gitternetz angeordnet sind. Amorphe Kunststoffe sind gegenteilig und besitzen willkürlich angeordnete Moleküle (siehe Amorph).
Kunststofftechnik
Die Kunststofftechnik befasst sich mit der Erforschung bzw. Anwendung physikalischer, chemischer, biologischer und physiologischer Eigenschaften der Kunststoffe und ist aus der Verfahrenstechnik als eigenständiger Forschungszweig hervorgegangen.
Kunststoffverarbeitung
So wird die Weiterverarbeitung von Halbzeugen zu technischen Fertigteilen bezeichnet. Halbzeuge können Kunststoff-Platten, -Rundstäbe, -Hohlstäbe, -Tafeln, usw. sein.
Längenausdehnung
Kunststoffe arbeiten; sie dehnen sich bei erhöhter Temperatur aus und ziehen sich zusammen, wenn die Temperatur sinkt.
Polymer
Werkstoff, der durch die Verbindung von zwei oder mehreren (poly) Einheiten (mer) entsteht. Die meisten Kunststoffe sind Polymere, bei denen der Kohlenstoff für die Kettenbildung sorgt.
RAL-Farben
Standardfarben vom Institut für Gütersicherung, die auch in der Kunststoffbranche als Standard verwendet werden.
Spritzgiessen
Verfahren, bei dem ein weicher Kunststoff durch einen Zylinder in einen Hohlraum gespritzt wird, worin ein Formteil unter Wärme und Druck aushärtet.
Standardkunststoffe
Diese Massenkunststoffe, Untergruppe der Thermoplaste, werden preiswert in grossen Mengen hergestellt und sind vielseitig verwendbar, wie z.B. PE, PP, PVC, PS.
Technische Kunststoffe
Die technischen Kunststoffe, Untergruppe der Thermoplaste, eigenen sich besonders für technische Anwendungen.
Thermoplaste
Dies sind Kunststoffe, die sich in einem bestimmten Temperaturbereich (thermo-plastisch) verformen lassen. Dieser Vorgang ist reversibel, das heisst, er kann durch Abkühlung und Wiedererwärmung bis in den schmelzflüssigen Zustand beliebig oft wiederholt werden, solange nicht durch Überhitzung die sogenannte thermische Zersetzung des Materials einsetzt. Darin unterscheiden sich Thermoplaste von den Duroplasten und Elastomeren (siehe Duroplaste).
Toleranz
Eine passgenaue Fertigung in der Zerspanung ist besonders schwierig. Daher gibt es Standard-Toleranzen oder vorgegebene Toleranzen, die einen Min.- und einen Max.-Wert vorgeben. Empfohlene Allgemeintoleranzen für Dreh- und Frästeile nach ISO 2768-1.
Weichmacher
Stoff, der einem Kunststoff zur Verbesserung der Umformbarkeit und Biegsamkeit beigegeben wird.
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SCHMIERSTOFFE


ADR
Accord européen relatif au transport international des marchandises dangereuses par route (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse). Schmierstoffe sind bisher, bis auf wenige Ausnahmen, nicht von den ADR Richtlinien betroffen, gelten also nicht als Gefahrengut im Sinne von ADR.
AGMA
Die AGMA Schmierstoffempfehlungen gibt es für offene und geschlossene Industriegetriebe. Die Getriebeöle sind eingeteilt in neun Viskositätsbereiche. Die Auswahl der Getriebeöle (unlegiert, inhibiert, EP-legiert und compoundiert) erfolgt unter Berücksichtigung der Getriebebauart, der Betriebstemperatur, der Belastung und der Viskositätsbereiche.
Almen-Wieland-Test
Der Almen-Wieland-Test dient der Bestimmung des Druckaufnahmevermögens von Schmierölen. In der Testapparatur rotiert eine 6,35 mm starke Welle in einer halbierten Lagerschale. Diese Teile bestehen aus nicht gehärtetem Stahl. Die Prüfkörper sind in das zu prüfende Öl eingetaucht. Der Druck auf die Lagerschalen wird solange erhöht, bis die Teile anfressen (verschweissen), wobei der Antriebslappen an der Welle bricht. Es gibt auch Fälle, wo kein Anfressen eintritt. Die Welle wird dann ausgewalzt. Der erreichte Wert der Anpresskraft in N (Newton) ist ein Mass für das Druckaufnahmevermögen des Schmierstoffes.
Aromatische Öle
Aromatische Öle (auch Aromaten genannt) sind Mineralöle, in denen wasserstoffarme ringförmige Kohlenwasserstoffe mit einem hohen, aber nicht überwiegenden Anteil vorhanden sind. Benzol und seine Abkömmlinge bilden dabei die Grundbausteine. Wegen höherer Reaktionsfreudigkeit sind aromatische Öle weniger alterungsstabil. Man erkennt sie an einem tiefen Anilinpunkt und hoher Dichte. Einige Aromaten sind in hohem Mass gesundheitsschädlich.
Aschegehalt
Es wird zwischen Oxydasche und Sulfatasche unterschieden. Unter Oxydasche versteht man den bei 750 bis 800 °C unter Luftzutritt unverbrennbarem, nicht flüchtigem Rückstand des Schmierstoffes. Die Bestimmung des Gehaltes an Oxydasche dient bei Neuölen ohne Additive zur Beurteilung des Reinheitsgrades. Bei legierten Ölen erlaubt sie, besonders dann, wenn sie mit einer chemischen oder spektroskopischen Untersuchung der Asche verbunden wird, Rückschlüsse auf den Gehalt und die Natur der Additive und eventuell auch auf das angestrebte Leistungsniveau des Öles. Unter Sulfatasche versteht man den bei 575 bis 600 °C unter Luftzutritt unverbrennbarem, nicht flüchtigem und vorwiegend aus Sulfaten bestehendem Rückstand des Schmierstoffes. Bei Schmierfetten wird in der Regel nur die Sulfatasche bestimmt. Die Bestimmung der Sulfatasche ermöglicht sinngemäss die gleichen Rückschlüsse auf das untersuchte Produkt wie die Bestimmung der Oxydasche. Der Aschegehalt wird in Massenprozenten angegeben.
Asphalt
Asphalt ist nach dem heute geltenden Begriff ein Strassenbaumaterial bestehend aus Bitumen und mineralischen Baustoffen (Sand, Kies, etc.).
Asphaltene
Unter Asphaltenen versteht man in der Mineralölchemie solche Erdölbestandteile, die in einem niedrigsiedenden Lösemittel wie zum Beispiel n-Heptan, nicht löslich sind.
Benetzungsvermögen der Öle
Unter Benetzungsvermögen ist die Fähigkeit eines Öles bzw. eines Öltropfens, sich auf einer Fläche auszubreiten, zu verstehen. Das Benetzungsvermögen oder die Polarität ist abhängig von der Oberflächen- bzw. Grenzflächenspannung des Öles. Je kleiner diese Spannung ist, desto grösser ist die Benetzung eines Werkstoffes oder einer Schmierstelle. Hinreichendes Benetzungsvermögen ist für die hydrodynamische Schmierung notwendig, da andernfalls der Schmierstoff nicht in den Schmierspalt befördert wird.
Bitumen
Als Bitumen wird der Rückstand bei der Vakuum-Destillation von Erdöl bezeichnet. Dank seiner bindenden und klebenden Eigenschaften und seiner Wetterbeständigkeit findet Bitumen als Asphalt im Strassenbau, als Bautenschutz, als Bindemittel für Dachpappen und für Isolieranstriche an Fundamenten, Verwendung.
Blauer Engel
Bezeichnung für ein Umweltzeichen, das vom deutschen Umweltbundesamt nach Richtlinien des RAL für Produkte vergeben wird, die bei einer ganzheitlichen ökologischen Betrachtung, im Vergleich zu konventionellen Schmierstoffen günstigere Eigenschaften in Bezug auf die Umweltrelevanz verfügen. Folgende RAL-Normen gelten für Schmierstoffe.
Bleicherde
Hydrosilikat oder Tonerde-Silikat des Aluminiums oder Magnesiums. Ungesättigte Verbindungen wie Harze und Asphaltene aus dem Öl werden durch Bleicherde absorbiert. Das Öl wird dadurch aufgehellt oder bleicher.
CCMC
Veraltete Abkürzung für «Comité des Constructeurs d’Automobiles du Marché Commun». Die von dieser Organisation herausgegebenen Spezifikationen umfassen Motorenöle
für Benzinmotoren G-4 und G-5 (niedrige Viskosität),
für Dieselmotoren ohne und mit Aufladung D-4 und D-5,
für Personenwagen-Dieselmotoren PD-2.
Zwischen den Anforderungen nach CCMC und denjenigen nach API besteht nur eine teilweise Übereinstimmung. Die Nachfolgeorganisation für CCMC ist ab 1996 ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles).
CCS
Abkürzung für «Cold Cranking Simulator». Rotationsviskosimeter, das die Gleitverhältnisse eines unbelasteten Motorenlagers simuliert. Er dient zur Einreihung von Motorenölen bei tiefen Temperaturen in die SAE W-Bereichs-Viskositätsklassen.
Chlorgehalt
Mineralöle enthalten ursprünglich kein Chlor. Zur Verbesserung der Hochdruckeigenschaften wurden jedoch einigen Schmierstoffen wie z. Bsp. Schneidölen organische Chlorverbindungen zugesetzt. Chlor Additive sind grenzflächenwirksam, vielfach aber auch, besonders unter Feuchtigkeitseinfluss, stark korrosiv. Kommen Chloratome an metallischen Flächen zur Wirkung, entstehen Salzschichten, die das Verschweissen von Flächen unter hohen Drücken verhindern. Bei Feuchtigkeitszutritt entsteht aus Eisenchlorid brauner Rost, während sich unter alkalischem Einfluss bei Leichtmetallen bestimmte Korrosionsformen zeigen. Deswegen müssen Chlorverbindungen in Schmierstoffen so gebunden und dosiert sein, dass ihre Wirksamkeit möglichst gross, die korrosive Wirkung dagegen so gering als möglich ist. Der Chlorgehalt wird in Massenprozenten oder in ppm ausgedrückt. Auf Chlor haltige Additive verzichten aus Umweltaspekten und wegen der hohen Entsorgungsgebühren die meisten Hersteller wenn immer möglich.
Dampfdruck
Mass für die Verdampfungsneigung von flüssigen Schmierstoffen. Der Dampfdruck gibt einen Hinweis über die Grundölzusammensetzung und ist abhängig vom Flammpunkt und der Schmierölviskosität. Angabe in mbar oder hPa.
Demulgiervermögen
Das Demulgiervermögen ist die Fähigkeit eines Öls, einen mehr oder weniger grossen Teil emulgierten Wassers abzuscheiden oder im Idealfall eine Emulsionsbildung zu verunmöglichen. Verschiedene Teste zur Prüfung des Demulgiervermögen von Ölen, wie z. Bsp. die ASTM D1401, dienen zur Prüfung der Geschwindigkeit, mit der sich das Öl vom Wasser trennt. Die einzelnen Methoden geben an, bei welchen Ergebnissen ein Öl als emulgierend, schwach emulgierend oder nichtemulgierend zu beurteilen ist. Hochlegierte Öle zeigen im Allgemeinen ein schlechteres Demulgierverhalten als schwach- oder unlegierte Öle. Steigende Temperatur, ergo abnehmende Viskosität, ergibt ein besseres Demulgierverhalten. Besonders wichtig ist ein gutes Demulgiervermögen zum Beispiel für Dampf- und Gasturbinenöle.
Destillate
Destillate sind Produkte der Destillation, bei der ein flüssiger Stoff durch Erhitzen verdampft und an anderer Stelle durch Abkühlen wieder verflüssigt wird. Erdöl wird bei Temperaturen von 360 °C destilliert. In der ersten Stufe, der atmosphärischen Destillation, fallen Treib- und Brennstoffe an. Da Mineralöle wie andere organische Substanzen sich bei hohen Temperaturen zersetzen, wird für die weitere Verarbeitung der Siedebereich durch Drucksenkung erniedrigt. Man spricht dann von der Vakuumdestillation. Endprodukte dieser zweiten Stufe sind u. a. die Schmierölfraktionen und Bitumen.
Dielektrikum
Nichtleiter. Niederviskose Öle mit einem sehr geringen Wassergehalt die auch als Funkenerosionsöl oder Isolieröl bezeichnet werden.
Dielektrischer Verlustfaktor oder Dissipationsfaktor (DDF)
Der DDF oft auch als tan δ bezeichnet, ist eine Bewertungsgrösse für das Alterungsverhalten von Isolierölen, in Form der Zunahme der dielektrischen Verluste durch Alterungsprodukte. Niedrig oxidierte Kohlenwasserstoffe verursachen dabei nur geringe Verluste, während höher oxidierte Aromatenringe einen starken Anstieg der dielektrischen Verluste bewirken. Den stärksten Anstieg verursachen gelöste Kupfer- und Eisenseifen aus oxidativ gebildeten Carbonsäuren. Dieser Effekt wird durch Feuchtigkeit im Isolieröl noch verstärkt.
Dieseleffekt
Wenn man Mineralöl, das Luftbläschen enthält, sehr schnell verdichtet, werden die Bläschen so stark erhitzt, dass eine Selbstzündung des Luft-Gas-Gemisches auftreten kann. Dadurch entsteht örtlich ein sehr hoher Druck- und Temperaturanstieg was zu einer beschleunigten Alterung des Öls führt. Zudem können auch Dichtungen unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen werden.
Dispersion
Unter Dispersion versteht man in der Kolloid-Chemie ein Zweistoffsystem, bei dem der eine Stoff in fein verteilter, also dispergierter, jedoch ungelöster Form in einem andern Medium, dem Trägerstoff, enthalten ist. In der Schmiertechnik werden besonders zwei Systeme angewandt. Die Wasser-inÖl-Emulsion oder die Öl-in-Wasser-Emulsion. Im ersten Fall ist Wasser in Form von feinen, kleinen Tröpfchen im Öl als Trägersubstanz enthalten, im zweiten Fall ist es umgekehrt.
Dispersionsgrad
Als Dispersionsgrad wird die Feinheit, also die Teilchengrösse der inneren dispersen Phase, einer Dispersion oder Emulsion bezeichnet. Je feiner ein dispergierter Stoff in der Trägersubstanz verteilt ist, umso klarer oder transluzenter ist die Dispersion. Bei Kühlschmierstoff-Emulsionen bewegt sich die Teilchengrösse zwischen 0,1 und 10 μm.
Elastohydrodynamik (EHD)
Die Theorie von Hertz über die Verformung und Beanspruchung an den Berührungsstellen fester elastischer Körper mit gekrümmten Oberflächen setzt voraus, dass sich die beiden Körper im Ruhezustand befinden. Diese Voraussetzung trifft in der Praxis z. Bsp. in Verzahnungen und Wälzlagern nicht zu.

Zudem befindet sich zwischen den beiden Kontaktflächen ein Schmierstoff, der insbesondere seine Viskosität in Funktion des Druckes erheblich ändert. Mit Hilfe der Elastohydrodynamik werden die Verformungen und die Viskosität im Schmierspalt bei der Berechnung der minimalen Schmierfilmdicke berücksichtigt. Damit gelangt man zu Ergebnissen, welche durch die praktische Erfahrung weitgehend bestätigt werden.

Interessanterweise hat die Belastung nur einen geringen Einfluss, während sich die Viskosität und die Gleitgeschwindigkeit bedeutend stärker auswirken. Der häufig verwendete Ausdruck «Elasthohydrodynamische Schmierung» ist nicht zutreffend. Es handelt sich nicht um eine neue Art der Schmierung sondern nur um die bessere Erfassung der Vorgänge im Schmierspalt gegenüber den früheren Berechnungsverfahren.
Elastomere, Elastomerverträglichkeit
Elastomere sind formfeste, aber elastisch verformbare Kunststoffe. Die Kunststoffe können sich bei Zug- und Druckbelastung elastisch verformen, finden aber danach wieder in ihre ursprüngliche, unverformte Gestalt zurück. Elastomere finden Verwendung als Material für Reifen, Gummibänder, O- und andere Dichtungsringe etc.

Die richtige Abstimmung und Verträglichkeit zwischen Werk- und Schmierstoffen spielt für die störungsfreie Funktion von Hydrauliksystemen und Getrieben oft eine zentrale Rolle. Für die Elastomerverträglichkeit von Mineralölen liegen umfangreiche Praxiserfahrungen vor. Synthetische Schmieröle beeinflussen die Eigenschaften der Elastomere und Kunststoffe jedoch anders als Mineralöle.

In der Praxis werden Schmierstoffe jedoch so formuliert, dass ein möglichst neutrales Verhalten gegenüber Elastomeren erreicht wird. Hinweise zur Materialverträglichkeit von Schmierölen sind in der folgenden Tabelle ersichtlich.
Emulsion
Eine Emulsion ist ein mehr oder weniger flüssiges Medium, in dem ein Emulgator eine so feine Verteilung eines flüssigen oder halbflüssigen Stoffes in einem andern unlöslichen Stoff ermöglicht hat, dass die beiden Stoffe miteinander vermischt bleiben. Emulsionen bestehen somit aus: 1. disperse innere Phase (zerteilter Anteil), 2. Emulgator und 3. äussere Phase (Dispersionsmittel).
Erdöl/Rohöl
Rohöle aus verschiedenen Vorkommen (Provenienzen) weisen unterschiedliche Qualitätsmerkmale auf. Als Qualitätsmassstab werden international u. a. die API Grade als Ausdruck der Dichte verschiedener Rohölsorten verwendet.
Farbe
Unter Farbe versteht man in der Ölchemie den in der Durchsicht gegen eine bestimmte Farbskala verglichenen Farbton eines Öles. Bekannt sind vor allem ASTM-, und Saybolt-Farbskalen, die mit genau normierten Bezugsfarben von farblos über braun bis schwarzbraun unterteilt sind. Die Farbe stellt kein eigentliches Qualitätsmerkmal dar. Bei reinen Mineralölen kann auf Grund der Farbe noch auf den Raffinationsgrad geschlossen werden. Legierte Öle haben in der Regel eine dunklere Farbe als das entsprechende Neutralöl. Synthetische Öle wie PAO sind hingegen wasserhell. Eingefärbte Öle wie beispielsweise ATF können nicht nach ASTM beurteilt werden.
Festschmierstoffe
Festschmierstoffe werden eingesetzt, wenn die Betriebsbedingungen im Mischreibungsgebiet keinen sicheren Betrieb mit flüssigen Schmierstoffen und Fetten allein mehr ermöglichen. Solche Bedingungen findet man bei sehr hohen oder sehr tiefen Temperaturen, bei hoher spezifischer Gleitflächenbelastung, bei oszillierenden Bewegungen oder geringer Gleitgeschwindigkeit des unter Belastung stehenden Reibsystems u. a. m. Festschmierstoffe werden bevorzugt bei Schmierstellen verwendet, die während des Betriebs nicht nachgeschmiert werden können. Die bekanntesten Festschmierstoffe sind Graphit, Molybdändisulfid (MoS2) (Stoffe mit schichtgitterartiger Kristallstruktur) und PTFE. Gegenüber Schmierölen und -fetten auf Mineralölbasis sind die Festschmierstoffe bedeutend temperaturbeständiger und weisen einen niedrigen Reibungskoeffizienten auf.
Fliessdruck
Es ist der Druck, der erforderlich ist, um einen Schmierfettstrang bei verschiedenen Temperaturen aus einer Prüfdüse herauszupressen. Die Temperaturen können frei variieren, interessant für den Anwender sind aber in der Regel die Minustemperaturen. Die Bestimmung erfolgt nach der Methode von Kesternich nach DIN 51 805.
Fliessverhalten
Das Fliessverhalten bestimmter Stoffe (Newtonsche, strukturviskose, thixotrope Flüssigkeiten, Schmierfette), werden mit Hilfe von Fliesskurven charakterisiert. Diese stellen den Verlauf der Schubspannung in Funktion des Schergefälles dar.
Flockpunkt
Der Flockpunkt ist die Temperatur in °C für Kältemaschinenöl, bei der beim Abkühlen in einem homogenen Gemisch von 10 zu 90 im durchfallenden Licht die ersten Ausscheidungen in Form einer milchigen Trübung oder als Flocken sichtbar werden. Die Messung erfolgt nach DIN 51 351.
Fraktion
Das Wort ist aus dem lateinischen fragmentum = Bruchteil abgeleitet. Fraktionen sind die durch fraktionierte Destillation von Gemischen aus mehreren Stoffen mit verschiedenen Siedepunkten gewonnenen Anteile. Beim Erdöl sind es z. Bsp. Benzine, Petroleum, Gasöle und Schmieröle der Viskositätsklassen VG 32, VG 100, VG 680.
Gefahrencode
Klassierung von Gasen, Flüssigkeiten und Feststoffen nach den Kriterien von Gefahrgut für Transporte, der EU-Kennzeichnung gefährlicher Stoffe und Zubereitungen sowie der von diesen Stoffen ausgehende Gefahren. Wobei der erste Teil des Codes die Brennbarkeit klassiert, der zweite Teil gibt den Aggregatszustand bei Raumtemperatur an und der dritte Teil gibt die Wassergefährdungsklasse an.
Beispiel für ein Getriebeöl:
Gefahrencode
Gemischtbasische Öle
Gemischtbasische Öle sind Mineralöle, die in ihrer Zusammensetzung und den Eigenschaften zwischen den paraffin- und naphthenbasischen Ölen liegen.
GHS
Abkürzung für Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien sowie deren Kennzeichnung auf Verpackungen und in Sicherheitsdatenblättern. Seit 2010 ist es obligatorisch chemische Stoffe nach GHS einzustufen und zu kennzeichnen.
Gleitreibung
Gleitreibung entsteht beim Aufeinandergleiten zweier Körper. In den Berührungsflächen tritt ein verhältnismässig grosser Reibungswiderstand auf. Im Gegensatz dazu erfolgt bei der Rollreibung ein Abrollen der Berührungsflächen, verbunden mit einem kleinen Reibungswiderstand. In Verzahnungen treten beide Reibungsformen gleichzeitig auf.
Glykol
Zweiwertiger Alkohol, z. Bsp. Ethylen- und Propylenglykol als Kühlerfrostschutz oder Polyalkylenglykol als Schmierstoff für Schneckengetriebe. Glykole können je nach Chemie und/oder Temperatur wasserlöslich oder -unlöslich sein. Glykole dürfen nicht mit Schmierstoffen auf Basis von Mineralöl, PAO oder Ester vermischt werden!
Graphit
Graphit kommt in der Natur als Mineral vor, wird aber auch synthetisch hergestellt. Er eignet sich als Schmierstoff besonders für Schmierstellen, die hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Als Zusatz in Schmierfetten verleiht er diesen besondere Notlaufeigenschaften bei erhöhten Betriebstemperaturen; die Druckaufnahmefähigkeit der Schmierstoffe wird jedoch durch einen Graphitzusatz in der Regel nur unbedeutend erhöht.
Hydrodynamische Schmierung
Unter hydrodynamischer Schmierung versteht man die vollständige Trennung von Gleitflächen durch einen Ölfilm. Im Zustand der hydrodynamischen Schmierung findet kein Verschleiss statt, und der Reibungswiderstand wird ausschliesslich durch die Viskosität des Schmierstoffes bestimmt. Voraussetzung für die Erreichung dieses Zustandes ist die Form der Gleitflächen, damit sich ein «Ölkeil» bildet, eine genügend grosse Gleitgeschwindigkeit und eine darauf abgestimmte Viskosität.

Dabei gilt: hohe Geschwindigkeit = tiefe Viskosität, tiefe Geschwindigkeit = hohe Viskosität. Beim Anlaufen und Auslaufen von Maschinen werden diese Voraussetzungen gestört, notgedrungen wird bis zur Festkörperreibung im Stillstand der Bereich der Mischreibung durchfahren.

Um auch diese Bereiche mit Flüssigkeitsreibung zu durchlaufen, sind grosse Gleitlager die hauptsächlich in Turbinen eingebaut sind zusätzlich mit einer hydrostatischen Schmierung ausgerüstet. Daneben gibt es auch Gleitlager die mit rein hydrostatischer Schmierung betrieben werden, wobei als Schmierstoff auch Luft zur Anwendung kommen kann.
Hydrophil
Wasserliebend; Hydrophile Substanzen sind in der Regel wasserlösliche Stoffe, aber es gibt auch solche Stoffe die nicht wasserlöslich sind. Aus diesem Grund ist hydrophil nicht mit wasserlöslich gleichzusetzen. Die Bezeichnung bezieht sich nur auf das Anziehen von Wasser und weder auf die Löslichkeit noch auf die Fähigkeit Wasser zu binden. Ein Stoff der dies kann wird als hygroskop bezeichnet. Hydrophile Stoffe sind oft gleichzeitig lipophob, lösen sich also schlecht in Fetten oder Ölen. Substanzen, die hydrophil und lipophil sind, bezeichnet man als amphiphil; hierzu zählen zum Beispiel Seifen. Amphiphilie ist eine spezielle Eigenschaft eines Moleküls, das hydrophobe so wie hydrophile Gruppen beinhaltet.
Hydrophob
Wasserfeindlich oder wasserabweisend; mit diesem Ausdruck aus der Chemie werden Substanzen charakterisiert, die sich nicht mit Wasser mischen und es auf Oberflächen meist «abperlen» lassen.
Hydrostatische Schmierung
Bei der hydrostatischen Schmierung wird im Gegensatz zur hydrodynamischen Schmierung der Druck in der Schmierschicht zur Trennung der Gleitflächen nicht von den Gleitflächen durch Pumpwirkung von innen, sondern von aussen durch externe Pumpen erzeugt.
Inhibitoren
Inhibitor bedeutet lat. Inhibere = unterbinden. Inhibitoren sollen also einen Vorgang hemmen bzw. unterbinden. Als Inhibitoren werden vor allem Antioxydantien (Alterungshemmer) und Korrosionsschutzadditive bezeichnet.
Kappa-Wert (Κ)
Damit sich während dem Betrieb von Wälzlager ein ausreichend tragfähiger Schmierfilm bilden kann, muss der Schmierstoff (Fett oder Öl) eine bestimmte Mindestviskosität bei Betriebstemperatur aufweisen. Als Mass für die Wirksamkeit der Schmierung dient das Viskositätsverhältnis Κ bei Betriebstemperatur. Mit Κ wird das Verhältnis der tatsächlichen kinematischen Viskosität υ zu der für eine ausreichende Schmierung erforderlichen kinematischen Viskosität υ1 bezeichnet.
Kavitation
Von Kavitation wird gesprochen, wenn gelöste Luft durch Druckabfall in Blasenform ausgeschieden wird. In Hydrauliksystemen wird diese Erscheinung besonders häufig beobachtet. Die ausgeschiedenen Luftblasen kollabieren und belasten die Metalloberflächen und führen in Form von Kraterbildung zu Materialschäden. Kavitation ist besonders bei Kreiselpumpen durch ein knackendes Geräusch auch deutlich hörbar.
Kernfraktion
Unter Kernfraktion, auch als Herzfraktion oder Herzschnitt bezeichnet, versteht man ein bei der Destillation von Erdöl erhaltenes Destillat mit einem bestimmten, engbegrenzten Siedebereich. Für gewisse Anwendungsfälle, beispielsweise für die Schmierung von Vakuumpumpen, werden Kernfraktionen bevorzugt. Im Allgemeinen sind aber Schmieröle Gemische von mindestens zwei Kernfraktionen.
Minimalmengenschmierung
Schmierung mit der geringst möglichen Schmierstoffmenge, die vorgängig mit automatischen Anlagen der Öl-Luft-, Sprüh- oder Ölnebelschmierung sichergestellt wird. Die für die Metallbearbeitung eingesetzten Schmierstoffe sind durchwegs nicht wassermischbar und bestehen aus pflanzlichen oder synthetischen Estern oder Fettalkoholen.
Mischreibung
Bei Mischreibung wird die Belastung der Gleitkörper teilweise durch hydrodynamische Wirkung und teilweise durch Festkörperberührung aufgenommen. Ein gewisser Verschleiss ist dabei unvermeidbar. Soll anstandsloser Dauerbetrieb gewährleistet sein, muss der Zustand der Mischreibung möglichst vermieden oder schnell durchfahren werden.
Molybdändisulfid MoS2
MoS2 wird aus Molybdänit, das weniger als 0,5 % reines MoS2 enthält, durch Vermahlen und Auswaschen des Gesteins gewonnen. Durch weitere Aufbereitungsverfahren kann der erforderliche Reinheitsgrad von 99,9 % erreicht werden. Die ausgezeichnete Schmierwirkung von MoS2 beruht auf dessen ausgeprägter Schichtgitterstruktur. Die S-S Bindung ist dabei wesentlich schwächer als die S-Mo Bindung.
Neutralöl
Neutralöl ist die international geltende Bezeichnung für hochwertige Solvent-Raffinate.
Newtonsche Flüssigkeit
Eine Newtonsche Flüssigkeit ist ein isotropes rein viskoses Fluid, das folgende Bedingungen erfüllt:

Schubspannung und Geschwindigkeitsgefälle sind direkt proportional;

In der Scherströmung sind die Spannungen in der X- und Y-Achse sowie der Senkrechten dazu gleich gross;

Eine elastische Verformung des Fluid muss so klein sein, dass sie das Geschwindigkeitsgefälle nicht beeinflusst.
Diese Eigenschaft besitzen reine Mineralöle. Fluide mit anderem Verhalten nennt man nicht Newtonsche Flüssigkeiten.
NLGI-Klasse
Die NLGI (National Lubricating Grease Insitute) Einstufung, der die Penetrationsmessung zu Grunde liegt, dient der einheitlichen Einteilung der Fett Konsistenzklassierung. Die NLGI hat Sitz in Kansas City USA. Klassierung Penetration.
Noack-Test
Kurzbezeichnung für die Bestimmung des Verdampfungsverlusts nach Noack, DIN 51 581. Hiermit werden die bei erhöhten Temperaturen auftretenden Verdampfungsverluste insbesondere von Motorenölen gemessen.
Nonfluid
Englische Bezeichnung für «nichtfliessend». Mit «Nonfluid» werden beispielsweise Textilmaschinenöle bezeichnet, denen zwecks Verhinderung des Wegfliessens von der Schmierstelle spezielle Haftzusätze beigegeben sind.
Notlaufeigenschaften
Bei intermittierendem Betrieb, schockartiger und hoher Druckbelastung und ungenügender Nachschmierung können Schmierstellen in den Zustand der Mischreibung mit direkter metallischer Berührung der Reibungsflächen versetzt werden.

Zur Überbrückung solcher Situationen können den Schmierstoffen durch die Zugabe von Graphit oder Molybdändisulfid erhöhte Notlaufeigenschaften verliehen werden. Die reibungsmindernde Wirkung dieser Festschmierstoffe sichert in Momenten der Mischreibung die Schmierung und vermag die Gefahr hohen Verschleisses bis zum Wiedereintritt der vollen Schmierwirkung oder dem Stillstand abzuwenden. Die Notlaufschmierung ist unter Last immer nur für kürzere Zeit wirksam.
Olefine
Umgangssprachliche Bezeichnung für ungesättigte Kohlenwasserstoffe vom Typ n- oder i-Alken mit einer oder mehrerer Doppelbindungen im Molekül. Verbindungen mit zwei Doppelbindungen im Molekül heissen Alkadiene oder kurz Diene.
Penetration
Unter Penetration versteht man die Eindringtiefe in Zehntelsmillimetern, die ein genormter Kegel beim Eindringen in eine Fettprobe während 5 Sekunden durch sein Eigengewicht erzeugt. Die Prüftemperatur beträgt dabei 25 °C.

Die Penetration ist der zahlenmässige Ausdruck für die Konsistenz. Mechanische Bearbeitung und Scherwirkung kann die Konsistenz eines Fettes mehr oder weniger vermindern. Man unterscheidet deshalb:
Ruhepenetration: Bei der Ruhpenetration, meist auch nur kurz Penetration genannt, wird das Fett, so wie es als Probe vorliegt, in den Messbecher gefüllt und gemessen.
Walkpenetration: Bei der Walkpenetration wird das Fett vor der Messung gewalkt. D. h., das Fett wird mit einem Fettkneter vorbehandelt. Die mechanischen Belastungen an der Schmierstelle wird so simuliert.

Die Werte der Ruhepenetration liegen in der Regel etwas tiefer als diejenigen der Walkpenetration.
Poise [P]
Amerikanische Einheit der dynamischen Viskosität. Internationales Einheitensystem.
Polar / Polare Wirkstoffe
Als polare Wirkstoffe werden chemische Verbindungen oder funktionelle Gruppen mit einem ausgeprägten elektrischen Dipolmoment bezeichnet. Diese Gruppen erzielen im Verbindung mit Metalloberflächen eine elektrochemische/elektromagnetische Wirkung. Hierzu gehören Fettsäuren, Fettöle sowie viele Additive zur Erhöhung der Schmierfähigkeit. Reine Kohlen-Wasserstoffe sind nicht polar oder apolar.
Pourpoint
Der Pourpoint von Mineralölen ist, im Unterschied zum  Stockpunkt, die Temperatur in °C, bei der das Öl beim Abkühlen unter vorgeschriebenen Bedingungen gerade noch wahrnehmbar fliesst. Er gibt einen Anhalt für das Erreichen der Fliessgrenze. Nach den genormten Prüfmethoden liegt der Pourpoint um 3 °C über der Temperatur, bei der die Ölprobe beim Abkühlen nicht mehr fliessfähig ist. Der Pourpoint ist abhängig vom Grad der Endparaffinierung und der Provenienz des Basisöls. Der Pourpoint kann weiter mit Additiven, sogenannten Pourpoint Depressants verbessert werden.
Radikal
Molekül mit ungepaarten Elektronen und hoher chemischer Reaktivität. Bekanntestes Beispiel ist Sauerstoff. Radikale lösen bei Kohlenwasserstoffen meist unerwünschte chemische Reaktionen aus. Diese äussern sich in vorzeitiger Alterung (Oxydation) von Schmierstoffen. Ihre Wirkung kann mit Antioxydantien verzögert werden. Radikale werden mit einem «Punkt» dargestellt, zum Beispiel Stickstoffmonoxid (NO•).
Raffinate
Als Raffinate werden Schmieröldestillate bezeichnet, die nach speziellen Verfahren, durch extraktive oder hydrierende Behandlung, veredelt werden.
Raffination
Als Raffination wird die Behandlung von Erdöldestillaten mit Chemikalien oder Lösungsmitteln zwecks Befreiung von unerwünschten instabilen Bestandteilen bezeichnet. Das am weitesten verbreitete Verfahren ist die Solventraffination. Weitere verbreitete Verfahren sind die Schwefelsäure-Raffination und die Hydrierung, auch als Hydrofinishing oder Hydrotreating bezeichnet.

Für die Lösungsmittel- oder Solventraffination werden vornehmlich Schwefeldioxyd, Furfurylaldehyd, flüssiges Propan oder ein Gemisch von Propan/Kresol, mit anschliessender Bleicherdebehandlung verwendet. Für bestimmte Zwecke, z. Bsp. Gewinnung von Weissölen, genügt eine Solventraffination nicht; das Solventraffinat muss anschliessend noch einer Säureraffination unterzogen werden.
Reraffination
Unter Reraffination versteht man die Behandlung gebrauchter Mineralöle mit geeigneten Chemikalien und Bleicherde oder Lösemitteln. Mit einer durchgeführten Reraffination können Zweitraffinate aus dem Altöl gewonnen werden, welche ähnliche anwendungstechnischen Eigenschaften besitzen, wie die direkt aus dem Erdöl gewonnenen Erstraffinate.
Restölgehalt
Wenn Baumaschinen von Mineralöl auf umweltverträglichere Ester Öle umgeölt werden, ist darauf zu achten, dass der Mineralölgehalt nach erfolgter Umölung möglichst gering ist. Nach DIN ISO 15380 wird ein Restölgehalt von max. 2 % gefordert. Der Restölanteil kann mit verschiedenen Methoden gemessen werden. Dazu gehören Messungen vor und nach Umölung von: Zn und/oder P-Gehalt, Dichte, Jodzahl oder Dielektrizitätskonstante. Die Genauigkeit der angewandten Methode hängt stark von den verwendeten Öl Typen ab.
Rostschutzvermögen
Das Rostschutzvermögen von Schmierstoffen ist deren Fähigkeit, sich an Metalloberflächen anzulagern und die Berührung des Metalls mit Wasser, Feuchtigkeit, Gasen und Verunreinigungen zu verhindern, somit Rostbildung bzw. Korrosion zu vermeiden. Zur Erreichung dieses Ziels werden den Schmierstoffen Korrosionsinhibitoren beigegeben. Das Rostschutzvermögen von Schmierstoffen kann im Labor mit Hilfe verschiedener Prüfmethoden zuverlässig beurteilt werden.
Scheinbare Viskosität
Ändert sich die Schubspannung nicht proportional zum Schergefälle, dann verliert die dynamische Viskosität nach dem Ansatz von Newton ihre Definition. Die an solchen Flüssigkeiten gemessenen Viskositätswerte dürfen deshalb korrekterweise nicht mehr als Viskosität bezeichnet werden; hierfür hat sich der Ausdruck «scheinbare Viskosität» eingebürgert. Typischerweise werden Fette anstelle der NLGI Klasse mit der scheinbaren Viskosität beschrieben. Eine direkte Umrechnung in eine NLGI Klasse kann indes nicht gemacht werden.
Scherstabilität
Zur Verbesserung des Viskositäts-Temperatur-Verhaltens werden Schmierölen Viskositäts-Index-Verbesserer zugebeben. Diese sehr langkettigen Polymere strecken sich bei erhöhten Temperaturen zu Makromolekülen, die dann beim Einwirken von Scherkräften ihre Molekularstruktur ändern, respektive auseinanderbrechen. Hierdurch tritt ein mehr oder weniger grosser Viskositätsverlust auf.
Schmierfettprüfung nach dem Sauerstoff-Verfahren
Das Gerät besteht aus einem Chromnickelstahl-Zylinder mit aufgesetztem Manometer und dient entsprechend der Norm DIN 51 808 zur Bestimmung der Oxydationsstabilität von Schmierfetten. Der Zylinder wird mit dem zu prüfenden Fett gefüllt und verschraubt. Danach wird dieser mit reinem Sauerstoff unter einen Druck von 7,7 bar gesetzt und während 100 Stunden bei 99 °C in einem Ölbad gelagert. Bei der Oxydation nimmt das Schmierfett Sauerstoff aus dem Zylinder auf, was sich in einem Druckabfall äussert. Durch periodische Überwachung des Manometers wird der Druckabfall registriert.

Ein gutes Lithiumseifenfett wird beispielsweise nach 100 Stunden Prüfdauer nur einen Druckabfall von max. 0,5 bar anzeigen.
Schmieröl-Verdünnung
Unter diesem Begriff ist die Verdünnung von Motorenöl durch Benzin oder Dieseltreibstoff zu verstehen. Sie wird in Volumen-Prozenten angegeben. Als Ursachen dieser Erscheinung sind vor allem zu nennen:
intermittierender Fahrbetrieb, besonders in der kalten Jahreszeit, wenn der Motor nur selten auf Betriebstemperatur erwärmt wird;
ungenügende Dichtwirkung der Kolbenringe;
schlecht eingestellte Einspritzorgane bei Dieselmotoren.
Seifenfreie Fette
Seifenfreie Fette enthalten als Aufsteifmittel in der Regel ein anorganisches Verdickungsmittel. Das Verdickungsmittel übernimmt die Funktion der Seife im Schmierfett, und es können damit Schmierfette jeder Konsistenz hergestellt werden. Der Vorteil der seifenfreien Fette liegt darin, dass sie keinen eigentlichen Tropfpunkt aufweisen, da hohe Temperaturen die Wirkung des Verdickers nicht beeinflussen.

Sie können deshalb gegenüber verseiften Fetten bei höheren Betriebstemperaturen eingesetzt werden. Die Ölviskosität ist allerdings so hoch zu wählen, dass die hohe Temperaturstabilität des Verdickungsmittels ausgenützt werden kann. Für sehr hohe Drehzahlen und tiefe Temperaturen sind solche Fette entsprechend weniger geeignet.
Sicherheitsdatenblatt
Sicherheitsdatenblätter (SDB) oder Material Safety Data Sheets (MSDS) sind ein Instrument zur Übermittlung sicherheitsbezogener Informationen über Stoffe und Gemische einschliesslich Informationen aus dem/n einschlägigen Stoffsicherheitsbericht/en über die Lieferkette zum nachgeschalteten Verwender. Es ist dazu bestimmt, dem berufsmässigen Verwender die beim Umgang mit Stoffen und Gemischen notwendigen Daten und Umgangsempfehlungen zu vermitteln, um die für den Gesundheitsschutz, die Sicherheit am Arbeitsplatz und den Schutz der Umwelt erforderlichen Massnahmen treffen zu können.
Spindelöle
Spindelöle sind niederviskose Mineralschmieröle, die aus dem Rückstand der atmosphärischen Destillation nach der Gasölfraktion in der Vakuumdestillation überdestillieren. Leichte Spindelöle haben eine Viskosität von ISO VG 3 – 15. Schwere Spindelöle haben eine Viskosität von ISO VG 15 – 32.
Strahlenbeständigkeit von Schmierstoffen
Wird Mineralöl bestrahlt, steigt die Viskosität an. Ausserdem tritt unter Umständen eine Gasentwicklung auf. Die Alterung von paraffinbasischen Mineralölen unter Einfluss von radioaktiver Strahlung ist ebenfalls beträchtlich. Einige synthetische Schmierstoffe wie Alkylaromaten weisen Mineralöl gegenüber eine deutlich bessere Strahlenbeständigkeit auf.
TAN, Total Acid Number
Die TAN ist ein Mass für die in Frisch- und Gebrauchtölen enthaltenen sauren Bestandteile, ausgedrückt in mg KOH, die für die Neutralisation der in einem Gramm Öl enthaltenen sauren Bestandteile notwendig sind. Die Einheit ist mg KOH/g Öl. Bei gebrauchten Ölen gibt die TAN einen Anhaltspunkt für die Alterung. (KOH Kalium-Hydroxyd oder Potassium-Hydroxyd)
TBN, Total Base Number
TBN ist ein Mass für den Gehalt an alkalisch wirksamen Additiven (Alkalinität) in einem legierten Motorenöl. Sie gibt an, wie viele mg KOH dem Neutralisationsvermögen der in einem Gramm Öl enthaltenen alkalischen Wirkstoffe äquivalent sind. Die Einheit ist mg KOH/g Öl. Alkalisch wirkende Additive haben meistens auch eine Pufferwirkung, d. h. sie reagieren mit den aggressiven Säuren unter Bildung von schwachen, nichtaggressiven Säuren. Die alkalisch wirkenden Motorenöle werden in Verbrennungsmotoren eingesetzt, um die aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung des Kraftstoffes entstehen, zu neutralisieren.

Je grösser der Schwefelgehalt eines Treibstoffes ist, umso grösser muss die TBN sein, damit die Motorenöle nicht vorzeitig übersäuern bzw. altern. Die Kenntnis der TBN allein genügt jedoch nicht zur Beurteilung der Qualität neuer oder gebrauchter Motorenöle.
Tenside
Sammelbezeichnung für grenzflächenaktive Substanzen. Tenside sind Stoffe, deren Moleküle eine lipophile sowie eine hydrophyle Gruppe aufweisen. Sie werden hauptsächlich in alkalischen Reinigern eingesetzt.
Tropfpunkt
Schmierfette sind keine chemisch reinen Stoffe und haben deshalb keinen Schmelzpunkt. Beim Erhitzen werden sie aber allmählich oder plötzlich weicher. Unter Tropfpunkt versteht man deshalb die Temperatur in °C, bei der eine Fettprobe unter bestimmten Prüfbedingungen vom pastösen in den flüssigen Zustand übergeht und der erste Tropfen aus der Öffnung eines Nippels im Prüfstand abfällt.

Der Tropfpunkt bestimmt nebst anderen Eigenschaften die höchst mögliche Einsatztemperatur. Diese liegt bei Kalziumseifenfetten ca. 20 bis 30 °C, bei Lithiumseifenfetten ca. 50 °C tiefer als der Tropfpunkt. Der Tropfpunkt ist primär von der Art der Seife oder des Aufdickers und sekundär von der Ölviskosität abhängig. So schmelzen Natriumseifenfette bei 140 bis 150 °C, Lithiumseifenfette bei 180 bis 190 °C. Seifenfreie Fette, z. Bsp. Bentonit-Fette haben keinen Tropfpunkt.

Eine Aussage über das Leistungsvermögen eines Schmierfettes lediglich anhand des Tropfpunktes ohne Berücksichtigung anderer Parameter führt leicht zu einer Fehlbeurteilung.
Tropfschmierung
Die Tropfschmierung ist eine Verlustschmierung, bei der der Schmierstoff tropfenweise mittels eines Tropfölers an die Schmierstelle gelangt. Die Schmierölbehälter der Tropföler bestehen meistens aus Sichtgläsern, die eine rasche Kontrolle der Ölmenge erlauben.
Trübungspunkt
Als Trübungspunkt eines Mineralölproduktes wird die Temperatur in °C bezeichnet, bei der sich das Öl beim Abkühlen unter genormten Bedingungen, in Folge von Paraffinausscheidung oder einer andern festen Substanz, zu trüben beginnt.

Aus der Höhe der Trübungstemperatur lassen sich Rückschlüsse auf das Verhalten in Bezug auf das Verstopfen von Leitungen und Filtern durch ausgeschiedene Paraffinkristalle ziehen. Bei weiterem Abkühlen werden schliesslich der Pourpoint und Stockpunkt erreicht. Der Trübungspunktes wird vor allem bei Dieseltreibstoffen und Heizölen bestimmt.
Ungesättigte Verbindungen
Als Ungesättigte Verbindungen bezeichnet man organisch-chemische Verbindungen, deren Molekülstruktur eine oder mehrere C-C-Doppelbindungen oder Dreifachbindungen enthält. Beispiel sind die ungesättigten Fettsäuren oder ungesättigte Kohlenwasserstoffe (Alkene und Alkine). Sehr viele Naturstoffe sind ungesättigte Verbindungen. Dagegen sind gesättigte Verbindungen solche organischchemischen Verbindungen, in denen ausschliesslich C-C-Einfachbindungen auftreten. Ungesättigte Kohlenwasserstoffe sind sehr reaktionsfreudig.
Viskosität HTHS
Neben den beschriebenen SAE Viskositätsklassen (Winter, Sommer) gibt es noch die sogenannte HTHS-Viskosität. HTHS steht für «High Temperature High Shear» und beschreibt die dynamische Viskosität gemessen bei 150 °C und einem Schergefälle γ von 10-1/s.

Durch die Festlegung von Grenzwerten der HTHS soll erreicht werden, dass Motorenöle auch im Lagerbereich (hohes Schergefälle, hohe Öltemperatur) die nötige Schmiersicherheit besitzen. Der Grenzwert bei Motorenölen mit der Spezifikation ACEA A3/B3 liegt bei m 3,5 mPas. Motorenölqualitäten der Kategorie ACEA A1/B1 haben eine abgesenkte HTHS bis 2,9 mPas. Grund der Absenkung ist die zu erwartende Kraftstoffeinsparung.
Viskosität – Kinematische Viskosität
Als kinematische Viskosität wird das Verhältnis der dynamischen Viskosität zur Dichte bezeichnet. Die Einheit ist m2/s, sie wird aber einfacher als mm2/s ausgedrückt. Die kinematische Viskosität dient in der Mineralölindustrie als zuverlässiges und mit Kapillarviskosimetern leicht zu bestimmendes Viskositätsmass. Sie ist eine wichtige Grösse in der Mechanik der Flüssigkeiten.

Als veraltete Viskositätsmasse sind weiter, Engler-Grade, Saybolt-Universal-Sekunden (SUS) und Redwood-Sekunden, bekannt. Diese Einheiten führten, besonders bei niedrigen Viskositäten, leicht zu falschen Vorstellungen, so dass sie nicht mehr angewendet werden sollten. Beurteilt man beispielsweise nach Engler-Graden, dann ist ein Öl mit 13 °E dreizehnmal viskoser als Wasser. Dieses Verhältnis besteht aber nur scheinbar. In Wirklichkeit ist die Viskosität des in Frage stehenden Öles ca. 100 mal grösser als diejenige von Wasser.
Viskositätsindex
Der Viskositätsindex (VI) beschreibt die Temperaturabhängigkeit der kinematischen Viskosität eines Schmieröls, aber nicht dessen tatsächliche Viskosität. Öle mit einem niedrigen Viskositätsindex zeigen eine stärkere temperaturabhängige Viskositätsänderung als solche mit einem hohen Viskositätsindex.

Zusammen mit einer Viskositätsangabe bei bestimmter Temperatur charakterisiert der einheitenlose Viskositätsindex das Viskositäts-Temperatur-Verhalten. Am weitesten verbreitet ist der «Viskositätsindex nach Dean und Davis».

Nach der Norm ISO 2909 werden zur Berechnung des Viskositätsindexes, je nach der Höhe desselben, zwei Verfahren angewendet:
Verfahren A für Mineralölerzeugnisse mit einem Viskositätsindex unter <100
Verfahren B für Mineralölerzeugnisse mit einem Viskositätsindex von >100
Walkbeständigkeit
Die Walkbeständigkeit ist die Beständigkeit der Konsistenz eines Fettes gegen mechanisch-dynamische Beanspruchung, insbesondere Druck- und Scherwirkung. Sie kann als prozentuale Veränderung der Penetration ausgedrückt werden.

Durch Walk- und Scherbeanspruchung in Gleit- und Wälzlagern wird die ursprüngliche Konsistenz des Schmierfettes mehr oder weniger verändert. Bei ungünstig aufgebauten Fetten ist diese Veränderung so stark, dass das Fett von der Schmierstelle wegfliesst oder fester wird. In beiden Fällen treten ungünstige Schmierverhältnisse auf. Die Walkbeständigkeit wird in speziellen Roll- und Walktest- Apparaturen ermittelt.
Wasserbeständigkeit von Schmierfetten
Als Wasserbeständigkeit eines Schmierfettes wird dessen Widerstandsfähigkeit gegen Auswaschen durch fliessendes Wasser verstanden. Wo Schmierstellen direkt mit Wasser in Berührung kommen, darf das Fett nicht ausgewaschen werden, da sonst die durch das Fett angestrebte Abdichtung und die Schmierung selbst in Frage gestellt werden. Wichtig ist eine hinreichende Wasserbeständigkeit des Schmierfettes, vor allem bei Wasserpumpen und Wellenabdichtungen von laufenden Maschinenteilen die mit Wasser in Berührung kommen.
Zylinderöle
Zylinderöle werden aus den bei der Destillation des Erdöls anfallenden Rückstandsölen (Bright Stock) gewonnen. Sie dienen wegen ihrer hohen Viskosität von > 1000 mm²/s vorwiegend zur Schmierung der dampfberührten gleitenden Teile von Dampfmaschinen. Je nach Einsatz wird zwischen Sattdampf- und Heissdampf-Zylinderölen unterschieden. Wegen mangelnder Nachfrage sind Zylinderöle heute kaum noch verfügbar.


INDUSTRIE- UND HYDRAULIKSCHLÄUCHE


Abrieb
Äußerliche Beschädigung eines Schlauchs oder einer Schlauchverbindung durch Reibung an einer rauen, zerklüfteten oder scharfkantigen Oberfläche.
Abriebfestigkeit
Widerstandsfähigkeit des Schlauchs gegenüber Abrieb.
Schlauchseele (innere Lage): Widerstandsfähigkeit des Schlauchs oder der Schlauchleitung gegenüber Beschädigungen, die durch ein stark schleißendes Medium im Schlauch (z. B. Sand, Zement oder Glas) hervorgerufen werden.
Schlauchdecke (äußere Lage): Widerstandsfähigkeit der Schlauchleitung gegenüber Abrieb durch raue oder scharfkantige Oberflächen oder Gegenstände, die an der Schlauchdecke reiben.
Abtragung
Abnutzung der inneren Wellung eines Schlauchs durch die geförderten Medien.
Adapter
1) Gewindeverschraubung in verschiedenen Größen und Materialien zum Zusammenbau von Endstücken. Beispiel: Eine BSP mit Außengewinde und eine NPT mit Außengewinde werden oft über eine schwenkbare BSP mit Innengewinde BSP zu einem NPT-Anschlussstück mit Außengewinde verbunden.
2) Außengewinde einer Schnellkupplung (z. B. eine Camlock- oder Kardankupplung).
ANSI
American National Standards Institute
API
American Petroleum Institute
Arbeitsdruck
Maximaler Druck, dem ein Schlauch ausgesetzt wird. Berücksichtigt auch kurzzeitige Druckspitzen, die im Betrieb auftreten können.
Arbeitstemperatur
Temperaturbereich der Anwendung. Kann sich auch auf die Temperatur des geförderten Fluids oder auf die Umgebungsbedingungen der eingesetzten Schlauchleitung beziehen.
ASTM
American Society for Testing and Materials
Ausstoßkraft
Kraft, die durch den inneren Druck erzeugt wird, mit dem das Anschlussstück vom Schlauch gedrückt werden soll.
Axiale Bewegung
Komprimierung oder Ausdehnung entlang der Längsachse.
Berstdruck
Druck, bei dem durch Druck von innen ein Riss entsteht.
Betriebsdruck
Maximaler Druck, dem ein Schlauch ausgesetzt wird. Berücksichtigt auch kurzzeitige Druckspitzen, die im Betrieb auftreten können.
Biegeradius
Minimaler Radius, in dem ein Schlauch gebogen werden kann, ohne dass er geknickt, beschädigt oder seine Nutzungsdauer verkürzt wird. Der Radius eines gebogenen Abschnitts eines Schlauchs wird an der Mittellinie (R) des gekrümmten Bereichs gemessen. Biegeradius eines Schlauchs
Biegeradius, dynamisch
Kleinster Radius, bei dem ein Schlauch bei kontinuierlich-dynamischen Biegebewegungen ohne Knickbildung genutzt werden kann.
Biegeradius, statisch
Kleinster Radius, bei dem ein Schlauch bei dauerhaft statischer Biegung ohne Knickbildung genutzt werden kann.
Biegekraft
Kraft, die erforderlich ist, um eine Biegung um einen bestimmten Radius zu ermöglichen, und damit ein Maß für die Steifheit.
Blister
Erhabenheit an der Oberfläche eines Gummischlauchs. Kann durch eine Trennung der Gummischichten verursacht werden, die einen mittelgroßen gefüllten Raum erzeugt.
Bronze
Legierung aus Kupfer, Zinn und Zink.
BSPP
British Standard Pipe Parallel-Gewinde (zylindrisches Gewinde) gemäß ISO 228-1:2000
BSPT
British Standard Pipe Taper-Gewinde (konisches Gewinde) gemäß ISO 7-1:1994
Camlock-Kupplung
Anschlussstück, das die Verbindung und Trennung des Anschlussstücks mit Innengewinde über Hebel ermöglicht. Die Dichtung erfolgt durch eine Ringdichtung, die in verschiedenen Materialien erhältlich ist. Diese Anschlusstücke werden häufig bei Schlauchverbindungen zur Übertragung von Produkten verwendet.
CGA
Canadian Gas Association
CPE
Gummielastomer, ASTM-Bezeichnung für chloriertes Polyethylen.
CR
Gummielastomer, ASTM-Bezeichnung für Chloroprenkautschuk
Crimpen
Fügeverfahren, das mehrere Matrizen in einer Presse verwendet. Die Matrizen schließen senkrecht zum Schlauch und zur Passachse und verdichten die Pressfassung um den Schlauch.
CSM
Gummielastomer, ASTM-Bezeichnung für chlorsulfoniertes Polyethylen.
DIN
Deutsches Institut für Normung
Dogleg
Zwei Schlauchverbindungen, die mit einem gemeinsamen Winkel verbunden sind.
Dorn
Rundprofil, das bei Herstellung und Vulkanisierung zur Größenbestimmung und Stützung der Schläuche verwendet wird. Kann starr (Kohlenstoffstahl oder Edelstahl) oder biegsam (Gummi oder Kunststoff) ausgeführt sein.
Dorngefertigt
Schlauch, der auf einem Dorn hergestellt wurde.
Druckspitze
Plötzlicher Druckanstieg, der eine Stoßwelle in der Schlauchleitung verursacht. Wird auch als Druckstoß bezeichnet.
Druckabfall
Druckverlust im Medium beim Fördern durch die Schlauchleitung.
Einlage
Schläuche mit Einlage können aus zwei Kunststofflagen (eine innen, eine außen) hergestellt werden, die durch eine verstärkende Drahteinlage getrennt sind. Andererseits besteht ein Schlauch ohne Einlage aus zwei Kunststofflagen ohne zusätzliches Material dazwischen.
EN
Kennzeichnung für Dokumente, die von einer der drei anerkannten europäischen Normungsorganisationen CEN, CENELEC oder ETSI genehmigt wurden.
Endhülse
Metallzylinder an einem Schlauchende, mit dem das Anschlussstück am Schlauch angebracht wird.
EPDM
Gummielastomer, ASTM-Bezeichnung für Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk.
Ermüdung
Versagen eines Schlauchs aufgrund von Biegebewegungen, die zu Beschädigungen am Metallgefüge führen.
EVA
Copolymer, ASTM-Bezeichnung für Ethylenvinylacetat.
Extrusion
Verfahren zum Herstellen von Teilen mit festem Querschnittprofil. Ein Material wird durch eine Matrize des gewünschten Querschnitts gedrückt. Die beiden wesentlichen Vorteile dieses Prozesses gegenüber anderen Fertigungsprozessen sind:
1. Hohe Oberflächengüte an der Innenseite des Schlauches, besonders wichtig für Lebensmittel sowie pharmazeutische, kosmetische und chemische Anwendungen
2. Endlosrohr, das keine Möglichkeit für Leckagen bietet, verglichen mit Schläuchen, die durch Verpackungstechnologien hergestellt werden.
Farbeindringprüfung
Auch Flüssigkeitseindringprüfung oder Eindringprüfung genannt; kostengünstige Inspektionsmethode zur Feststellung von Oberflächendefekten in allen nicht porösen Materialien (Metalle, Kunststoffe oder Keramik).
FDA
Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten
Federschutz
Spiralförmig gewickeltes Teil, das innen oder außen um den Schlauch gelegt wird und neben der Zugentlastung auch die Standfestigkeit sichern soll.
FEP
Copolymer, ASTM-Bezeichnung für Fluorethylen-Propylen.
Flachschlauch
Biegsamer Schlauch aus zwei untrennbar miteinander verbundenen PVC-Lagen und Verstärkung aus gewebtem Garn. Anders als Gummi- oder Metallschläuche können diese Schläuche zusammengelegt werden und sind äußerst biegsam, leicht, fest und witterungsbeständig.
Geflecht
1) Geflochtene Verstärkung in einem Gummischlauch zur Erhöhung der Druckstufe und zum Erzeugen der Ringsteifigkeit. Es werden viele verschiedene Materialien wie Polyester, Baumwolle oder Metalldraht verwendet. Ein Schlauch kann über ein oder mehrere Geflechte zwischen den Schichten des Schlauchmaterials verfügen.
2) Geflochtene Verstärkung eines Metall- oder PTFE-Schlauchs an der Außenseite des Schlauchs, um eine erhöhte Druckfestigkeit zu gewährleisten.
Hydrostatischer Test
Verwendung einer unter Druck stehenden Flüssigkeit, in der Regel Wasser, um eine Schlauchleitung auf Leckagen und Längenveränderung zu testen.
ISO
Internationale Organisation für Normung.
Ist-Berstdruck
Druck, bei dem die Schlauchleitung platzt oder das Geflecht versagt. Dieser Druck wird in einer Laboranordnung bei 21 °C ermittelt wobei der Schlauch gerade ausgerichtet ist.
JIC
Joint Industrial Council (existiert nicht mehr). Ingenieursgruppe, die ein industriestandardisiertes Anschlussstückdesign durch Aufnahme einer 37°-Passfläche mit Außen- und Innengewinde eingeführt hat. Unterliegt jetzt SAE.
Kupplung
Innerer Steckteil einer Schnellkupplung. Beispiel: Camlock-Kupplung, Kardankupplung. Schnellkupplung
Lage
Einzelne Lage in der Schlauchkonstruktion.
Leitfähiger Schlauch
Leitfähigkeit bezieht sich auf die elektrischen Eigenschaften der Materialien, aus denen sich der Schlauch zusammensetzt, in der Regel die Schlauchseele, die Schichten und/oder das Material der Schlauchdecke. Leitfähigkeit wird in MOhm gemessen. Leitfähige Schläuche werden in dort eingesetzt, wo das zu transportierende Material statische Aufladung erzeugen kann. Diese Schläuche leiten durch das Gummimaterial statische Elektrizität zu den Schlauchenden ab, sofern das richtige Kupplungsmaterial verwendet wird.
Manschette
Weichwändige, kabellose, integrierte Schlauchenden.
Maximaler Betriebsdruck
Höchster Druck, bei dem die Schlauchleitung eingesetzt wird. Bei diesem Wert müssen die Druckspitzen berücksichtigt werden, die im Betrieb auftreten können.
Messing
Gruppe von Kupfer-/Zinklegierungen.
Molch
Mechanisches Projektil, das für Reinigungsschläuche verwendet wird.
Nadeleinstiche
Perforationen in der Schlauchdecke, die durchdringende Gase ablassen.
NBR
Gummielastomer, ASTM-Bezeichnung für Nitril-Butadien-Kautschuk.
Nenn-Berstdruck
Berstdruck, der als Prozentwert des Ist-Berstdrucks unter Laborbedingungen gemessen wird.
NPT
Kegliges Rohrgewinde (National Pipe Taper). Rohrgewinde gemäß ANSI B1.20.1.
NPTF
Kegliges Rohrgewinde für Kraftstoffe (National Pipe Tapered for Fuels). Identisch mit NPT, außer Trockendichtung gemäß ANSI B1.20.3.
Ozonrisse
Oberflächenrisse, die durch die Einwirkung einer ozonhaltigen Atmosphäre entstehen.
Ozonbeständigkeit
Widerstandsfähigkeit gegenüber den schädlichen Auswirkungen von Ozon.
Plattierung
Auftragen eines Materials auf Metall durch Galvanisierung, um Korrosion zu reduzieren; in der Regel wird ein Edelmetall wie Zink auf Stahl aufgetragen.
Polyurethan (PUR oder PU)
Polymer aus organischen Einheiten, die durch Carbamatverbindungen (Urethan) miteinander verbunden sind. Polyurethanschläuche verfügen über eine sehr gute Abriebfestigkeit.
Prüfdruck
Siehe Testdruck
PSI
Pfund pro Quadratzoll (Pounds per Square Inch).
PTFE
Synthetisches Fluoropolymer aus Tetrafluorethylen für verschiedene Anwendungsbereiche. PTFE ist bekannt als das chemisch beständigste Material. Schläuche mit PTFE-Auskleidung können für eine größere Vielzahl von Chemikalien verwendet werden als jeder andere Schlauchtyp. Dadurch sind sie ideal geeignet für sehr korrosive chemische Anwendungen und Multiproduktanwendungen.
PVC
ASTM-Bezeichnung für Polyvinylchlorid.
Radialbewegung
Tritt auf, wenn die Mittellinie der Schlauchleitung kreisförmig gebogen wird.
Ringförmig
Bezieht sich auf die Wellungen eines Metallschlauchs, die eine Reihe von vollständigen Kreisen oder Ringen in rechten Winkeln zur Längsachse des Schlauches darstellen.
Ringgewellter Schlauch
Schlauch, der hergestellt wird, indem das Rohr bzw. die innere Lage des Schlauchs von innen nach außen erweitert wird. Die entstehenden Wellen haben gleichmäßige Abstände und verlaufen parallel sowie senkrecht zur Schlauchachse. Diese Schläuche sind spiralgewellten Schläuchen technisch überlegen, da sie bei erhöhtem Druck oder Druckspitzen keinerlei Verwindungslasten erzeugen und sich mit Anschlussstücken problemlos verbinden lassen.
SAE
Verband der Automobilingenieure.
SBR
Gummielastomer, ASTM-Bezeichnung für Styrol-Butadien-Kautschuk.
Schaft
Teil eines Anschlussstücks, der in die Bohrung eines Schlauchs eingesetzt wird.
Schlauchgeflecht
Draht, der mit gegenläufigen Spulen geflochten wird. Das Geflecht wird direkt auf einen glatten oder Wellschlauch aus Metall bzw. auf die Seele aufgelegt. Es verhindert, dass sich der Schlauch bei Druck von innen ausdehnt, und erhält die Struktur des Schlauchs auch unter Druck von außen. Je nach Einsatzbereich hat der Schlauch eine oder mehrere Geflechtlagen. Wenn mehrere Lagen miteinander verflochten werden, spricht man von einem Zweifach-Geflecht. Diese Schutzlage wird meist bei Schläuchen mit größerem Durchmesser verwendet.
Schlauchstutzen
Teil eines Anschlussstücks oder einer Kupplung, der in den Schlauch eingesetzt wird, um den Schlauch und das Anschlussstück zu verschließen.
Schlaufen
Einbaukonfiguration für axiale Bewegungen oder übermäßigen Versatz.
Seitwärtsbewegung
Tritt auf, wenn die Schlauchmittellinie senkrecht zur Längsachse bewegt wird, wobei das Ende noch parallel ist.
Spiralförmiger Wellschlauch
Spiralgewellte Schläuche haben eine Rechtsspirale mit konstanter Steigung, die sich über die gesamte Schlauchlänge erstreckt. Diese Schläuche werden mit einem mechanischen Wellverfahren hergestellt, bei dem der Schlauch von außen nach innen mit Druckrollen bearbeitet wird, bis das gewünschte Profil erreicht ist.
Statische Elektrizität
Elektrische Ladung, die entsteht, wenn es zwischen zwei Dingen aus unterschiedlichen Materialien oder Substanzen zu Reibung kommt.
Statischer Draht
Kupferdraht, der in einen Schlauch integriert ist, um statische Elektrizität zu leiten.
Stoffabdruck
Abdruck, der beim Vulkanisieren auf der Gummioberfläche entsteht, wenn Kontakt mit dem Nylonband hergestellt wird.
Stumpfnaht
Verfahren, bei dem die Kanten oder Enden der Metallteile durch Schweißen zusammengesetzt und verbunden werden.
Testdruck
Maximaler Druck, den ein Schlauch ohne Verformung der Wellungen sowie ohne Überschreiten von 50 % des Berstdrucks erträgt. Wird auch als Prüfdruck bezeichnet.
TPE
Thermoplastisches Elastomer, auch bekannt als thermoplastischer Kautschuk (TPR). Gehört zu einer Werkstoffklasse, die plastische wie elastomere Eigenschaften aufweisen und extrudiert oder spritzgegossen werden können.
TPR
Thermoplastischer Kautschuk.
Umgebungstemperatur
Temperatur der Atmosphäre oder des Mediums in der direkten Umgebung eines im Betrieb befindlichen Schlauchs.
USP
United States Pharmacopia.
USDA
Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten
Verbundschlauch
Nicht vulkanisierter Schlauch, der sich wie folgt zusammensetzt:
innen liegende Drahtwendel
mehrlagige Wand aus thermoplastischen Schichten, Filmen und verstärkenden Stoffen in Proportionen, die erforderlichen physikalischen Eigenschaften und eine vollständige Abdichtung ermöglichen
Schlauchdecke aus Gewebe mit einer abriebfesten Polymerbeschichtung
außen liegende Drahtwendel
Verdrehung
Schlauchdefekt durch überhöhten Innendruck, wobei sich die inneren Wellungen S- oder U-förmig verziehen.
Verformungsdruck
Druck, bei dem die Schlauchwellung dauerhaft verformt wird.
Versatz
Tritt auf, wenn die Enden einer Schlauchleitung seitlich im rechten Winkel zur Längsachse des Schlauchs abgelenkt werden.
Wälzschälen
Entfernen eines kurzen Stücks einer Abdeckung und/oder eines Rohrs, um die Befestigung eines Anschlussstücks direkt über der Schlauchverstärkung zu ermöglichen.
Wellschlauch
Schlauch aus nahtlosem oder längsgeschweißten, dünnwandigem Rohr, der durch mechanische oder hydraulische Verfahren gewellt wird. Die Wellverfahren erzeugen unterschiedliche Wellungen: Bei der hydraulischen Bearbeitung entstehen ringförmige Wellschläuche, bei der mechanischen Bearbeitung hingegen entstehen ringförmige oder spiralförmige Wellschläuche. Daher wird hauptsächlich zwischen ringgewellten und spiralgewellten Schläuchen unterschieden.
Wendel
Metalldraht, der wendelförmig in die Schlauchwand eingebettet ist; wird in der Regel in Saugschläuchen verwendet.
WIG-Schweißen
Wolfram-Inertgas-Schweißverfahren, manchmal auch als Arcatom-Schweißen bezeichnet
Winkelbewegung
Biegung des Schlauches, bei der die Enden nicht mehr parallel stehen. Die Bewegung wird von der Mittellinie des Schlauches in Grad gemessen.
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ANTRIEBSTECHNIK


Gleitlager
Beim Gleitlager bewegt sich das Teil entlang der Gleitfläche einer festen Lagerbuchse, eines Lagerblocks oder einer Gleitleiste. Daher entsteht die Gleitbewegung direkt zwischen der Gleitschicht des Lagerelements und dem am Lager montierten Teil.
Käfig
Trennelement, das die Wälzkörper innerhalb der Laufbahnen in Position hält.
Definition of a Tapered bearingKegelrollenlager
Kegelrollenlager haben innere und äußere Laufbahnen zwischen den Wälzkörpern. Die Maßhilfslinien der Oberflächen kreuzen einander am selben Punkt an der Welle. Dadurch können gleichzeitig radiale und axiale Kräfte aufgenommen werden.

Kugellager
Definition of a Ball bearingWälzlager, das meist einen Innen- und einen Außenring hat. Zwischen diesen Ringen laufen die Kugeln in ein oder zwei Reihen. Das Kugellager sorgt dafür, dass bei einer Drehbewegung die Reibung durch die mitdrehenden Kugeln reduziert wird. Kugellager sind einfach aufgebaut, eignen sich für hohe bis sehr hohe Drehzahlen, sind robust und verursachen einen geringen Wartungsaufwand.

Lager
Vorrichtung, die eine beschränkte relative Bewegung (meist rotatorisch oder linear) zwischen mindestens zwei Teilen ermöglicht.

Definition of a Bearing

Definition of a Spherical bearing Pendelrollenlager
Pendelrollenlager sind selbstausrichtend. Dadurch kann sich die Welle nicht verschieben und muss nicht nachgestellt werden. Pendelrollenlager reagieren außerdem weniger empfindlich auf eine Auslenkung oder Biegung der Welle.

Rollenlager
Bestehen meist aus zwei Lagerringen mit integrierter Laufbahn. Zwischen den Lagerringen befinden sich die Wälzkörper, die auf den Laufbahnen der Lagerringe abrollen.
Wälzlager
Lager, das mithilfe von Wälzkörpern reibungsbedingte Leistungsverluste verringert.
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FÖRDERSYSTEME


Plattenbandförderer
Reihe überlappender Metallplatten, die an einer umlaufenden Kette befestigt sind und schwere oder abrasive Materialien transportieren.
Rücklaufsperre
Bremsvorrichtung, die verhindert, dass ein beladener Schrägförderer bei einem Ausfall des Motors rückwärts läuft.
Tisch
Ebene Fläche (z. B. umgeformtes Stahlblech), auf dem das Förderband zurückläuft. Wird auch als Gleittisch bezeichnet.
Tischlänge und Tischbreite
Länge bzw. Breite der miteinander verbundenen Stahlprofile, die gemeinsam das Förderband bilden.
Transportschacht
Gehäuse für das Material beim Übergang von einer Maschine auf die andere.
Kantenschutz
Zusatzteil am Schrägförderer. Bildet einen erhöhten Abschnitt, der die Produkte beim Fördern stützt und stabilisiert.
Förderband
Band für den internen Gütertransport, beispielsweise um Halbzeuge oder Fertigzeuge an einen anderen Ort innerhalb des Produktionsprozesses zu befördern.
Zuführung
Vorrichtung an der Aufgabe des Förderbands, die den Produktstrom aus dem Vorratsbehälter auf das Band regelt.
Umlenkrolle
Nicht angetriebener Rollkörper, der das Förderband für den Rücklauf umlenkt.
Aufgabeende
Jenes Ende des Förderbands, an dem die Teile aufgegeben werden.
Eingriffschutz
Schutzplatte an verschiedenen Abschnitten des Förderbands.
Nose-Over
Abschnitt des Förderbands, der aus einer Schräge in die Horizontale überleitet.
Antriebsstation
Unteres Ende eines Schrägförderers.
Abstreifer
Steifes Kunststoffteil oder Bürste zum Reinigen des Bands.
Unterschutz
Blechteil, das die Unterseite des Förderbands schützt.
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